Aktuell 2025
Javelin Park , 'Grün bleibt grün'
Während das Verfahren gegen den Bebauungsplan Elmpt Ost noch anhängig ist, werden die Bäume gnadenlos gefällt. Leider haben diese Verfahren keine aufschiebende Wirkung. Der Verlauf der Ereignisse zeigt, wie wenig Wert auf unsere grüne Umwelt gelegt wird. Die Bilder sprechen für sich: Wo einst ein schöner Wald stand, sind nur noch kahle Flächen übrig (24/3/'25).
Grün würde grün bleiben. Nicht so.
Und das ist erst der Anfang. Bald werden hier bis zu 40 Meter hohe Megahallen entstehen. Der Güterverkehr wird enorm zunehmen, mit all seinen negativen Folgen: Lärmbelästigung, Luftverschmutzung und noch nie dagewesene Verkehrsstaus. Schließlich werden bis zu 25.000 Autos pro Tag durch das Gebiet fahren. Wie sich das auf unser Lebensumfeld auswirken wird, ist ungewiss.
Mit freundlicher Genehmigung u.a. von CDU Niederkrüchten, SPD Niederkrüchten und FDP Niederkrüchten ...
Aber wir werden es nicht dabei belassen. Unser Kampf geht weiter!
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Von der Vereinigung
Auch im Jahr 2025 fand die Jahreshauptversammlung im Januar (25.1.) statt, und zwar auf dem Jägerhof gleich hinter der Grenze in Roerdalen. Der bisherige Vorstand, bestehend aus Nina Ungerechts, Hans Heijnen und Andreas Fink, kandidierte erneut und wurde von der Versammlung per Akklamation wiedergewählt. Ein ausführlicher Bericht folgt. Auf dem Bild sind der Vorstand und einige Unterstützer zu sehen. Von links nach rechts: Anke Salzmann, Nina Ungerechts, Hans Heijnen, Andreas Fink und Thomas Seerden.

ELmpt-Windkraftanlagen: Konsultation von Naturschutzorganisationen
Bis zum 12. Februar 2025 können anerkannte Naturschutzverbände beim Kreis Viersen Stellungnahmen gegen den geplanten Bau von fünf Windkraftanlagen auf der Start- und Landebahn des ehemaligen Militärflughafens in unmittelbarer Nähe zu einem Vogelschutzgebiet abgeben. Davon wird auch das LNU (landes büro der Natuschutzverbände NRW) Gebrauch machen. Eine erste Durchsicht der uns vorliegenden Unterlagen zeigt gravierende Mängel. Wir wollen dies am Beispiel des Ziegenmelkers verdeutlichen, einer für dieses Vogelschutzgebiet charakteristischen, gefährdeten und gegenüber der geplanten Entwicklungen in Elmpt sehr empfindlichen Art.

Hauptmängel:
1. Fehlen von Reviere nördlich der Landebahn
Die von Lange (2018), Sommerhage (2020) und Smeets (2023) kartierten Ziegenmelker-Reviere sind auf der Karte als rote Punkte dargestellt. Im aktuellen Erhebungsbericht sind jedoch nur die südlichen Gebiete (blau dargestellt) enthalten, was problematisch ist, da die Ziegenmelkerpopulation als Ganzes bewertet werden sollte. Die Nichtberücksichtigung der nördlichen Gebiete vermittelt ein falsches und unvollständiges Bild von der Größe und Verteilung der Population sowie von den Auswirkungen der geplanten Maßnahmen.
2. Fehlender Einbezug relevanter kumulativer Effekte
In der genannten Karte sind auch die Ausgleichsflächen für den Ziegenmelker eingezeichnet, die mindestens 500 Meter von den Windkraftanlagen entfernt liegen, um negative Auswirkungen zu minimieren. Erweitert man diese Pufferzonen nach Norden, so zeigt sich, dass nicht nur vier Nachtschwalbenreviere, sondern auch die geplanten Naturausgleichsflächen des Verdion-Speerparks in den Einflussbereich der Anlagen fallen. Dies ist problematisch, da diese Gebiete ebenfalls als Ausgleichsflächen für den Ziegenmelker ausgewiesen sind. Obwohl das Gutachten Minderungsmaßnahmen zur Vermeidung von Lichtverschmutzung vorschlägt, wie z.B. eine bedarfsgesteuerte Nachtkennzeichnung und eine Bauwerksbeleuchtung mit einem Abstrahlwinkel von -2°, zeigt der Bebauungsplan Elmpt Ost, dass Verdion keine ausreichenden Maßnahmen ergreift oder ergreifen kann. Insbesondere die Logistikbranche stellt ein großes Problem dar, da die LKW-Standorte die ganze Nacht über beleuchtet sind.
Darüber hinaus werden andere mögliche kumulative Auswirkungen, wie z. B. die Lärmbelästigung, nicht berücksichtigt. Die Schlussfolgerung, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen ausreichen, um den Ziegenmelker zu erhalten, ist daher sehr voreilig. Ohne eine umfassende Analyse der kumulativen Gesamtwirkung kann diese Schlussfolgerung nicht begründet werden.

3. Naturkompensationsmaßnahmen: eine Mogelpackung
Als Ausgleich für den Verlust von geeignetem Lebensraum für den Ziegenmelker wurde innerhalb des Vogelschutzgebietes (VSG) eine Ausgleichsfläche ausgewiesen, auf der eine mindestens 4,5 Hektar große Waldwiese angelegt werden soll. Während dies auf den ersten Blick eine positive Initiative zu sein scheint, stellt sich die Frage, ob das VSG nicht ohnehin, unabhängig von den Ausgleichsverpflichtungen, als Lebensraum für den Ziegenmelker geeignet gemacht werden sollte.
Tatsächlich werden im nahe gelegenen nördlichen Brachter Wald verschiedene Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen zur Naturverbesserung durchgeführt, ohne dass hier eine Ausgleichsverpflichtung besteht. Die Ausweisung der regulären Maßnahmen zur Naturpflege als Kompensationsmaßnahme innerhalb eines VSG lenkt daher vom eigentlichen Ziel der Kompensation ab. Sie wirkt eher wie eine Abwälzung der Verantwortung als ein ernsthafter Versuch, den Verlust an geeignetem Lebensraum für den Ziegenmelker tatsächlich zu kompensieren.
Diese drei großen Mängel führen dazu, dass die Auswirkungen des Projekts auf die Ziegenmelkerpopulation unterschätzt werden und die vorgeschlagenen Maßnahmen nicht hinreichend begründet sind.
Die Würfel sind gefallen: LNU hat rechtliche Schritte eingeleitet
Vielmehr beantragen wir eine Normenkontrolle, weil wir davon ausgehen, dass der bisher beschlossene Flächennutzungs- und Bebauungsplan gegen höherrangiges Recht verstößt. Dieser Antrag wurde durch den Anwalt der LNU beim Gericht in Münster eingereicht und vom Oberverwaltungsgericht angenommen.
Was die Windkraftanlagen betrifft, so müssen wir auch selbst wachsam sein. Sobald die Genehmigung erteilt ist, wird der Kreis Viersen sie veröffentlichen und wir können rechtliche Schritte einleiten. Derzeit wird eine Umweltverträglichkeitsprüfung für den Genehmigungsantrag für den geplanten Bau von 5 Windkraftanlagen auf der Start- und Landebahn des ehemaligen Militärflughafens vorbereitet.
Rechtsstreitigkeiten sind teuer, aber die Erfolgsaussichten sind hoch.
Vorerst können wir die Kosten für das Gerichtsverfahren tragen, aber da es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um eine Angelegenheit mit wenig Luft handeln wird, haben wir eine Spendenaktion gestartet,
Wir werden Sie über die Fortschritte auf dem Laufenden halten.

Kontroverse um Mega-Industriestandort Elmpt: Deutsche Presse duldet, niederländische Presse warnt

Die Pläne für ein Mega-Industriegebiet in Elmpt, gleich hinter der deutsch-niederländischen Grenze, haben zu heftigen Diskussionen geführt. Das Projekt umfasst nicht nur 40 Hektar Industriehallen in einem bestehenden Wald, sondern auch zusätzliche Waldrodungen für einen neuen Autobahnanschluss, die Erweiterung einer Kläranlage im sensiblen Tal der Swalm und die Errichtung von 250 Meter hohen Windrädern in einem nahen Vogelschutzgebiet. Die Medien auf beiden Seiten der Grenze beleuchten das Thema auffallend unterschiedlich.
Die deutsche Zeitung Rheinische Post vom 17.12.2024 scheint die Pläne in einem positiven Licht darzustellen und die Kritik zu minimieren. Sie zitiert u.a. Umweltschützer und Unterzeichner der Petition, die auf Alternativen wie die Nachnutzung von Industriebrachen und die Installation von Solaranlagen auf Dächern hinweisen. Die Zeitung kommt jedoch zu dem Schluss, dass viele Unterzeichner nur „teilweise informiert“ wären und dass ihre Einwände bereits in die Planung eingeflossen seien. Dies legt nahe, dass die Bedenken der Gegner unbegründet sind und stellt sich nachdrücklich auf die Seite des Bauträgers Verdion.
Auf niederländischer Seite wählt der regionale Fernsehsender L1 vom 17.12.2024 eine schärfere Analyse der möglichen Auswirkungen. Hans Heijnen von der Verein Grünes Grenzland zeichnet ein düsteres Bild: „Die Auswirkungen auf die Grenzregion werden enorm sein. Durch den neuen Autobahnanschluss werden täglich 22.000 zusätzliche Autos unterwegs sein, die Kläranlage im Schwalmtal muss erweitert werden und es wird eine Kettenreaktion negativer Entwicklungen geben.“ Heijnen weist auf den bevorstehenden Rechtsstreit hin und verweist auf den Schutz von Natura 2000-Gebieten wie dem Schwalmtal und dem Meinweg.
Während sich die Rheinische Post vor allem auf die angebliche Sorgfalt der Planung konzentriert, legt L1 den Schwerpunkt auf die Bedrohung von Natur und Lebensraum und die langwierigen juristischen Hürden der Gegner. Der Kontrast zwischen der deutschen und der niederländischen Berichterstattung verdeutlicht nicht nur unterschiedliche journalistische Ansätze, sondern auch die Frage: Wer stellt die ganze Wahrheit dar?
Der Streit um diesen Industriestandort zeigt, wie grenzüberschreitende Themen die Medien spalten können, mit potenziell schwerwiegenden Folgen für Natur und Gesellschaft.